Workshopkernthema: spezifische Anforderungen an das Projektmanagement

Ressourceneffizienz wird mit zwei wesentlichen Komponenten erzielt: technischen Optimierungen und Verhaltensänderungen.

Beides kann durch bekannte Methoden des Projektmanagements in Verbindung mit Anpassungen an die jeweilige betriebliche Realität verwirklicht werden.

Über Projektmanagement ist schon vieles gesagt und geschrieben worden. In jeder Bibliothek findet sich meterweise Literatur zu dem Thema, Kurse bis hin zu eigenen Studiengängen.

Wir konzentrieren uns im Workshop auf die spezifischen Probleme bei Projekten, deren Ziele eine Verfahrens- und Verhaltensänderung ist.

Das Hauptaugenmerk für Projektmanagement liegt auf technischen Projekten mit hoher organisatorischer und inhaltlicher Komplexität. Wir müssen aber zur Kenntnis nehmen dass soziale Prozesse im Betrieb (=Einstellungen, Verhalten der MA ) wesentlich zum Projekterfolg beitragen. Je stärker die Verhaltensänderung im Fokus steht, desto weniger helfen die klassischen PM-Tools wie das Gantt-Diagramm, da die Steuerung von sozialen Prozessen an Bedeutung gewinnt. Kein Gantt-Diagramm, kein Handbuch und kein Softwaretool hilft dem Projektleiter wenn:

  • die Mitarbeiter und /oder die Führungskräfte keinen Handlungsbedarf sehen
  • das Projektteam sich an den Fachabteilungen und deren Widerstand aufreibt
  • bereits x Veränderungsprojekte gescheitert sind und niemand mehr an den Erfolg glaubt

Hier ist die Kommunikation, sorgfältige Beobachtung und Flexibilität des Projektleiters von entscheidender Bedeutung.

Aus der Vielzahl der Themen rund um das Projektmanagement bei Realisierung von Ressourceneffizienzpotenzialen, deren Kern eine Verhaltensänderung ist, haben wir diese 4 Bereiche herausgegriffen, die wesentlichen Anteil am Projekterfolg haben.

  1. spezifische Anforderungen an die Projektdefinition
  2. Ziele sind SMART! Die Zieldefinition hat bei Veränderungsprojekten eine noch größere Bedeutung als bei technischen Projekten. Ziele sind das Leuchtfeuer auf dem manchmal kurvenreichen Weg. Wie werden SMARTe Ziele bei Verhaltensänderungen definiert?
  3. Bei Projekten, deren Augenmerk hauptsächlich auf einer technischen Veränderung liegt, sind die Projektschritte zum größten Teil technisch vorgegeben. Die einzelnen Projektabschritte sind bei einem Veränderungsprojekt weniger durch technische Rahmenbedingungen definiert. Es gibt meist eher eine grobe Abfolge. Der Projektleiter muss die Abschnittsziele durch Arbeitspakete realisieren, die von den Beteiligten auch zu bewältigen sind. Hierzu gehört auch die Beurteilung bzw. Erweiterung von Prozesswissen, um das Arbeitspaket überhaupt ausführen zu können. Wie können Arbeitspakete definiert werden, die nicht neben dem Betriebsalltag sondern im Betriebsalltag bearbeitet werden?
  4. Die Reaktionen von Gruppen und sozialen Systemen sind nur begrenzt vorhersehbar. Nicht völlig unberechenbar wie es manchem leidgeplagten Projektleiter erscheint. Statt eines Plan B sind aufmerksame Beobachtung, sorgfältige Kommunikation und flexible Reaktionsfähigkeit gefragt. Es ist wichtig ein breites Repertoire an Kommunikationsmethoden bereit zu halten. Zusätzlich ist das Wissen um gruppendynamische Effekte hilfreich. Die Vielzahl von Tools muss allerdings einem klaren Kommunikationskonzept folgen.
  5. Die Auswahl der Projektleitung ist erfolgsentscheidend. Nicht immer ist der beste Techniker der effizienteste Projektleiter. Nur der Mix aus technischem und betriebswirtschaftlichem Wissen gepaart mit sozialer Kompetenz führt zu erfolgreichen Projektabschlüssen.

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